Illegale Durchsuchung – Freiwillige Wehren melden sich ab

Es ist ein Unding, was in Rostock passiert ist, und was derweil vier Freiwillige Feuerwehren veranlasst hat, ihren Dienst einzustellen. So, und nicht anders kann man sich wehren, muss man sich wehren, und vielleicht ist es genau das, was man braucht, damit die eingelullten Bürger endlich aufwachen. Taffe Jungs sind das, so lebt man Solidarität, so widersetzt man sich einem Staat, der meint, seine Macht missbrauchen zu dürfen.

In Rostock nämlich, scheint die Polizei vollends außer Kontrolle geraten und führt Durchsuchungen ohne richterlichen Beschluss durch, stellt ganze Feuerwehren unter Generalverdacht, sie gäben sensible Daten an Journalisten weiter, weil diese noch vor den arbeitswütigen Gesetzeshütern vor Ort sind.

Und wenn ich dann immer wieder lese, dass Helfer der Feuerwehren an Unfallorten bestohlen werden, dass Jugentliche auch schon mal ganze Wagen für Spritztouren stehlen und dass ganze Wachen bestohlen werden, während die Jungs im Einsatz sind, sorry dann kann auch jeder mal eben einen Feuerwehrpieper klauen und Software installieren! Unfassbar, wenn nicht die Unschuldsvermutung sondern der Generalverdacht gegen die Freiwilligen steht! Und wenn das dann noch Herren im NDR-Forum tun, die behaupten, sie seien selber Freiwillige, so empfinde ich das als Bürgerin und Angehörige eines Freiwilligen Feuerwehrmannes äußerst bedenklich, dann kann ich nur sagen, niemand möchte im Notfall so einen Kameraden an seiner Seite haben! Das wirft ein ganz schlechtes Licht auf die stets gepriesene Kameradschaft!

So, ihr Rostocker Knöllchenschreiber, jetzt verrate ich euch einmal ein Geheimnis. Ein Notruf geht meist zuerst bei der Notrufzentrale ein, das weiß jedes Kind. Eigentlich lernt man das in der Schule, wer da pennt, bei der Ausbildung, aber bei der Polizei scheint man das in Rostock auch zu verpennen oder nicht zu lehren. Die Notrufzentrale veranlasst das Weitere.

©Rike  / pixelio.de

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Klar ist aber auch, dass es mindestens so viele Kinder gibt, die über die Notruffunktionsweise etwas wissen, wie es Journalisten gibt und andere Zeitgenossen, die den Funk der Rettungskräfte abhören. Wer nicht ganz dämlich ist der weiß das, und Journalisten, und ich kenne persönlich einige, haben manchmal sogar Handys, über die sie die netten blauen Herren informieren, ein Knopfdruck genügt, und die Presse fällt förmlich eher vom Himmel, als ihr ins Auto steigen könnt.

Aber, man will das natürlich nicht wahrhaben, verdächtigt lieber andere, wenn man selbst ein Sicherheitsloch hat. Und die Polizei hat davon mehr als jede andere Dienststelle. Aber, dass man bei den Knöllchenschreibern gerne Blinde einstellt, das ist ja inzwischen hinreichen bekannt.

 Was treibt eigentlich euer Innenministerium? Wie blind ist man denn da, wenn man seine Spürhunde mal eben ohne richterlichen Beschluss auf die Freiwillige Feuerwehr loslässt? Gut, man kann das verstehen. Mecklenburg-Vorpommern, ein Innenminister der CDU, Lorenz Caffier, wo sozialisiert? Richtig!

Passend dazu die Skandale im NSU Prozess. Ermittlungsverbote, um nur das zu nennen. CDU Minister, wohin man schaut. Zuständig jetzt im Bund Innenminister Friedrich …

Und dann die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, die versucht hat Einfluss zu nehmen, unglaublich, so auch das Verhalten des Innenministers Friedrich! In der Legal Tribune steht dazu folgende Passage:

NSU-Untersuchungsausschuss: Über die Vorstellung des Abschlussberichts des NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestages berichtet der Spiegel (M. Baumgärtner/H. Gude/S. Röbel/J. Schindler, Zusammenfassung): Eine Akte kollektiven Staatsversagens. Im Vorfeld hätten nun Innenministerium und Kanzlerin versucht, Einfluss zu nehmen. Innenminister Friedrich (CSU) etwa habe in seiner Funktion als Dienstherr des Bundesamtes für Verfassungsschutz, 118 Textstellen im 2000-seitigen Bericht beanstandet, in 47 Fällen wolle er Passagen ganz gestrichen sehen. Ein Posten auf der „Streichliste“: Ein Papier des Bundeskriminalamts, in welchem die Behörde u.a. bereits 1997 kritisiert habe, dass Neonazis, gegen die ermittelt worden sei, sich immer wieder als V-Leute herausgestellt hätten und viele politische Aktionen der Rechtsextremisten entscheidend von V-Leuten angetrieben würden. In Berlin werde, so der Spiegel, mit einem neuen Anlauf eines NSU-Untersuchungsausschusses in der kommenden Legislaturperiode gerechnet, 19 Monate hätten einfach nicht gereicht.

Ich sage dazu, hier regiert längst ein Polizeistaat gemeinsam mit dem BND. Mehr fällt mir dazu nicht ein, da wundert das Vorgehen gegen die Freiwillige Feuerwehr nicht mehr. So weit ist es gekommen, solche Macht maßt sich Polizei an, muss sie doch scheinbar selbst bei Todesschüssen gegen Verwirrte rein gar nichts befürchten.

Danke an die Jungs von der Freiwilligen Feuerwehr von Rostock, nur so kann es gehen. Jene, die die DDR bezwungen haben, sie gerade vor, wie man Widerstand zu organisieren hat, indem man das System an entscheidender Stelle trifft. Und indem man sich solidarisiert, gemeinsam handelt. Diese taffen Kerle wissen, wann Recht so verbogen ist, dass sich Demokratie und Rechtsstaat erledigen , wenn man sich dem nicht widersetzt.

Dieses Handeln braucht mehr Aufmerksamkeit, mögen viele andere Medien diesen Bericht aufgreifen und über das Unrecht berichten. Die Freiwilligen Wehren von Rostock, sie haben es verdient, und mögen andere ihrem Beispiel folgen, ihre Solidarität beweisen, dann hat das Recht in diesem Staat vielleicht doch noch eine Chance, dann gewinnt die Demokratie, gewinnt der Bürger.

Wer meint, so handeln zu dürfen, der gehört abgewählt, der gehört nicht in Ministersessel, nicht ins Kanzleramt. Mögen sie am 22. September an jenen Kreuzen ersticken, auf Grund derer sie meinen, die Demokratie zu Tode nageln zu dürfen!

©denise-a. langner-urso

 

 

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