USA – Über die Toten der Ukraine zum TTIP

Wer verstehen will, wie die USA ticken, wie man dort in perfider Weise die Europäer missbraucht, um sich geostrategisch und wirtschaftlich neu Einflussbereiche zu verschaffen, der hatte es bis vor ein paar Tagen nicht leicht, doch manchmal kommt einem der Zufall zu Hilfe wie vor ein paar Tagen eine klitzekleine Mitteilung eines zu Socialmedia- affinen unvorsichtigen Präsidenten.

Die zuerst eher unwichtig erscheinende Botschaft aus dem Weißen Haus trägt die Überschrift:

Writing the rules for 21st century trade

Man begreift nur langsam die Aussage die sich daraus ergibt, braucht ein paar Tage, bis man begreift, wie brisant der Inhalt der paar wenigen Sätze ist, welche Sprengkraft sich in ihnen verbirgt, und plötzlich begreift man, was all das mit der EU, dem TTIP, der Ukraine und Russland zu tun hat. Die Kernaussage der Mitteilung lautet schlicht und einfach: Um jedes Mittel weiteres Wachstum Chinas zu verhindern. Im Wortlaut steht dort geschrieben:

That’s why we have to make sure the United States — and not countries like China — is the one writing this century’s rules for the world’s economy.

Und weiter heißt es:

Unfortunately, past trade deals haven’t always lived up to the hype. That’s why I’ve made it clear that I won’t sign any agreement that doesn’t put American workers first.But we also should recognize that 95 percent of our potential customers live outside our borders. Exports support more than 11 million jobs — and exporters tend to pay their workers higher wages. Failing to seize new opportunities would be devastating not just for our businesses, but for our workers too.
That’s why my Administration is currently negotiating the Trans-Pacific Partnership — so we can benefit from trade that is not just free, but also fair. Made in America. For the sake of our businesses, and American workers, it’s an opportunity we need to take.
Right now, China wants to write the rules for commerce in Asia. If it succeeds, our competitors would be free to ignore basic environmental and labor standards, giving them an unfair advantage over American workers.

We can’t let that happen. We should write the rules, …

Womit wir beim TTIP wären und bei dem, was die USA nicht brauchen können, ein gutes Verhältnis zwischen Russland und der EU, das eventuell zu einem euroasiatischen Handelsabkommen führt.

Die Politik der USA bestand schon früh darin, Feindbilder aufzubauen, zuerst Deutschland zu teilen, Angst vor Russland zu schüren und immer waren die Geheimdienste, der CIA und heute die NSA involviert. Einst benutzte man Bomben, heute die Spionage- und Sabotagetechnik, die uns Snowden offenbart, kommt dann noch ein innereuropäischer Konflikt hinzu, wie der derzeitige zwischen der Ukraine und Russland, dann braucht es nicht viel um zu sehen, wie tief in der Ukraine schon von den USA mit regiert wird, man schaue sich nur die Zusammensetzung der Regierung genau an.

Guten Freunden verpasst man Viren, Würmer und Hacks

Und der Krieg darf zu keinem kalten werden, dann könnte die EU unter Umständen eben doch statt oder gleichzeitig mit dem TTIP ein euroasiatisches Abkommen mit Russland zeichnen und so auf die Märkte Chinas befeuern, was es aus Sicht Obamas zu verhindern gilt. Und inzwischen spioniert und sabotiert man sich mit Viren, Würmern und Soft- und Hardwarehacks quer durch die Welt, vorrangig bei Guten Freunden. Guten Freunden gibt man kein Küsschen, denen verpasst man das was zerstört, wenn die nicht spuren, ihr technisches Wissen und ihre Entwicklungen nicht freiwillig per Abkommen einklagbar rausrücken wollen …

Amerika über alles und sonst gar nichts

Und wem vorrangig das TTIP nützen soll, das ist in wenigen Zeilen des Weißen Hauses ja wohl mehr als deutlich beschrieben. Es soll der US Wirtschaft dienen, dieser Beschäftigung bringen.

Und wer sich zwei Sätze einzeln anschaut: American workers first und Made in America, der erkennt schnell, woran den USA beim TTIP gelegen ist, an der Zerschlagung oder Übernahme europäischer Unternehmen, damit auf sämtlichen Produkten eben Made in America und unter keinen Umständen mehr Made in Germany, Made in France oder Made in EU steht.

Es wird Zeit, dass Europa endlich begreift, wie falsch hier der angeblich Gute Freund spielt, welches perfide Spiel er treibt, was die USA meinen, wenn die von freiem Handel sprechen, denn damit ist auch die Zerschlagung von Handelsbeziehungen Europas mit Russland und China gemeint. Und um das zu erreichen braucht man innerhalb Europas als Feindbild Russland, geht man in der Ukraine notfalls über Leichen!

Wie steht es noch in den paar Zeilen? We should write the rules, American workers first, Made in America

Amerika, Amerika über alles, über alles in der Welt und sonst gar nichts, Amerika zuerst. Mit Partnerschaft hat das allerdings absolut nichts zu tun …

Und dass die EU, die bisher friedlich mit Russland lebte und die Ukrainer nicht erkennen, dass die USA, dass Obama auf Kosten ihrer Toten einen Stellvertreterkrieg gegen ein euroasiatisches Handelsabkommen führt, das ist mehr als traurig.

Manchmal hilft ein zweiter Blick um zu begreifen, wenn man sich nicht die Hose mit der Kneifzange anzieht!

©denise-a. langner-urso

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