IWF Kritik an Exportüberschuß, deutliches Warnsignal

USA kritisieren Deutschland

Ich will einmal versuchen, den Ärger Amerikas zu erklären, denn derzeit läuft ja ein eigentlich absurder Streit um die Exportüberschüsse Deutschlands, der zwar für Deutschland unangemessen erscheint, für Amerika hingegen jedoch denkbar gelegen kommt, denn das Land steckt in einer tiefen Krise. Und Amerika brauchte einen Angriffspunkt, einen Auslöser, um von seiner eigenen Unfähigkeit abzulenken, das Land aus dieser Krise heraus zu führen. Mit der NSA Affäre ist genau so ein Zeitpunkt erreicht, denn jetzt gerät das Wirtschaftsabkommen mit der EU in Gefahr und somit ein gut aufgestellter Markt, der Amerika aus diese Krise ziehen könnte, zumindest kurzfristig, der Mosanto-Lebensmittelmarkt nämlich, gen-verseuchte Lebensmittel nämlich. Dagegen wehren sich Europäer auch nicht umsonst, hier liebt man eher halbwegs natürlich erzeugte Produkte. Und würde man Europas Bürger fragen, so darf man getrost davon ausgehen, die Amerikaner hätten in Dekaden keine Chance, solche Unternehmen hier anzusiedeln.

Und es gibt natürlich einen massiven Unterschied zu dem, was Europa und Amerika exportieren. Ich sage einmal ganz dümmlich, Amerika exportiert kurzfristige Arbeitsplätze und Dollars, indem es okkupiert, Staaten rohstoffmässig ausbeutet und dann abzieht, ökologische Umweltkatastrophen hinterlassend. Damit macht man sich keine Freunde, denn das Kapital landet in den Taschen sehr weniger Menschen, die die eigene Bevölkerung sklavenähnlich ausbeuten. Nach dem Abzug bleibt Hass, in Krisengebieten auch Hass auf jene, die die Amerikaner unterstützt haben. Deutschland ging das betreffend stets anders vor, es gewährt zumindest denen, die am meisten gefährdet sind Asyl und versuch gleichzeitig wenigstens irgendetwas Sinnvolles aufzubauen, irgendeine Struktur zu hinterlassen, auf der, sofern der Wille vorhanden ist, aufzubauen möglich wäre. Und wenn Deutschland exportiert, dann sind da auch Produkte dabei, die rasanten Umsatz bringen, wie Lebensmittel oder deren Grundlagen.

Amerika exportiert zum Beispiel Computer, und so ein Produkt steht dann mehrere Jahre in einem Haushalt, derweil Lebensmittel und zum Beispiel Kleidung viel eher ausgetauscht werden. Deutschland ist wesentlich breiter aufgestellt. Amerika hat derzeit nur wenige Exportmärkte, die für das Land derzeit in Betracht kommen, auch, weil es sich in den letzten Jahren nach dem 11. September zu viele Feinde erarbeitet hat. China, Russland, ganz Afrika, alles so gut wie nicht mehr vorstellbar, auch nicht Rohstoffe und Zusammenarbeit betreffend, denn auch dort sind die Bevölkerungen von dem, was Amerikaner an Umweltkatastrophen hinterlassen haben, fed-up. Willige Regierungen sind kaum noch zu finden, zu verhasst hat man sich gemacht, zu stark dadurch Terrorgruppen, die Rückhalt in den Bevölkerungen haben. Bleibt für den kurzfristigen und sehr schnellen Umsatz und hohe Gewinnmargen derweil nur Europa, und Lebensmittelexporte, das wäre das, was Amerika jetzt dringend bräuchte, der Aufkauf und Anbau in Europa einer Landwirtschaft und eigener Mosantoproduktion, um Kosten zu sparen. Und genau das gerät derzeit in Gefahr, denn das könnte den Amerikanern ein wenig Entlastung bringen, kurzfristig zwar nur, denn derweil steigt die Verschuldung ja weiter, aber immerhin ein Lichtblick.

Europa ist aber nicht dazu da, Deutschland schon gar nicht, um Amerika für eine gewisse Zeit aus der Wirtschaftskrise zu helfen, die ja selbst verschuldet ist, an denen die amerikanischen Kriege und ihre Kosten eine riesige Mitschuld haben.

Natürlich sollte Deutschland selbst den Binnenmarkt ankurbeln, daran führt kein Weg vorbei, nur geht das nicht schlagartig, denn sonst kostet es Arbeitsplätze, die Kritik des IWF ist gerechtfertigt, denn ansonsten werden natürlich Protestparteien und antieuropäische Parteien immer mehr Zuwachs erhalten, und das kann sich bitter rächen, brächte tatsächlich die Eurozone in Gefahr und auch das hiesige Wachstum. Was aber geschehen muss, auch das ist klar, man darf die Amerikaner nicht so den Markt übernehmen lassen, nicht mit einem unverklagbaren Mosanto. Was für die Sicherheit gilt, nämlich europäische Standards einzuhalten, an die sich die USA zu halten haben, dass hat umso mehr zu gelten, wenn es um Gesundheit und hohe Lebensmittelstandards in Europa geht, und die Abhöraffäre muss ein deutliches Warnsignal sein, was dadurch für den Lebensmittelmarkt drohen kann, nämlich dass Amerika den europäischen Markt total flutet und übernimmt, samt der Produktion, samt Lebensmitteln, von denen eben niemand genau sagen können, wie sie sich über Generationen auf den menschlichen Körper und seine Gesundheit auswirken. Umso fataler das Urteil, das gerade im Honigstreit erging.

Deutschland sollte sehr genau darauf achten, dass Amerika über Europa eben nicht die hiesige hohe Lebensmittelqualität zerstört, denn Deutschland ist wie beschrieben bisher breit aufgestellt, was seine Exporte betrifft, und diese könnten massive Einbrüche erleben. Was das betrifft, brauchen wir und Europa Amerika nicht, die Amerikaner aber sind derweil dringend auf Europa angewiesen, und genau dort liegt ein Druckmittel, das Politiker nutzen können, auch indem sie dafür sorgen, dass Mosanto hier gen-frei zu produzieren hat. Und ob die Amerikaner überhaupt die Chance erhalten sollten, sich über Europa noch eine Zeitlang am Schuldenabbau vorbei zu wurschteln, das sollte Europa sich sehr genau überlegen, denn irgendwann führt daran kein Weg mehr vorbei …

Fatal übrigens auch hier wieder, dass Deutschland selbst keine Schulden abbauen will, denn das wäre bitter nötig, damit man, wenn Amerika irgendwann kollabiert, in Zeiten einer massiven Wirtschaftskrise eben genügend an Luft nach oben hat, um über eventuelle Schuldenaufnahme eine solche Krise, die dann weltweit drohen würde, abfedern zu können.

Das mag jetzt alles nach Küchenphilosophie aussehen, bei längerem Nachdenken ist es das aber ganz sicher nicht, es ist vernünftig und entspricht dem, wie ein Bürger Krisen umschiffen würde, es entspricht einfach dem, was man gesunden Menschenverstand nennt.

©denise-a. langner-urso

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