Politik und Wirtschaft – Butter bei die Fische! Über Praktikum und Abitur

Der Fall Hinz hat mehr Bedeutung, als man auf den ersten Blick glauben mag! Für die Wirtschaft, die Politik, im Hinblick auf Schule und Beruf.

Gerade stolpere ich über das hier:

FDP ‏@fdp 2 Std.Vor 2 Stunden
Es darf kein Makel sein, kein Abi zu haben oder ein Studium abzubrechen. Die Täuschung muss Konsequenzen haben #Hinz

Doch liebe Politik, liebe FDP, genau das ist es, ein Makel, und es kommt noch schlimmer, der Missbrauch des Praktikums. Ich habe auch Praktika absolviert, und als ich aufwuchs benutzte man die Ferienzeit zur Berufsorientierung und machte Praktika. Mal hier, mal da, und es wurde durchweg fair gezahlt.

Und was haben wir heute? Wer kein Abitur hat, hat doch tatsächlich so gut wie die Arschkarte gezogen, so gut wie in allen berufen suchen Unternehmen Abiturienten, bevorzugen sie. Und ein Praktikum, ist auch nicht mehr was es einmal war. Das sollten speziell unsere Parteien wissen, man muss sich nur einmal deren Stellenausschreibungen anschauen. Da werden Menschen für Praktika gesucht, die mindestens einen Studienabschluss mitbringen, noch krasser war gestern die Suche des Medienhauses Spiegel, da wurde nämlich zuzüglich noch Erfahrung aus anderen Häusern erwartet. So sieht die Realität, die Wahrheit, aus!

Wer heute ins Berufsleben einsteigt, der wurde am besten mit dem Realschulabschluss geboren, hat mit 10 das Abitur in der Tasche und mit 18 mindestens drei Doktortitel und 5 Jahre Berufserfahrung, dann kann man gegebenenfalls über ein Praktikum nachdenken.

Es tut mir leid, aber im Bereich Bildung stimmt einfach gar nichts mehr, da ist durcheinander gekommen, wurde verquickt, was nicht zusammengehören sollte. Da werden derzeit an den Nachwuchs Erwartungen heute schon Erwartungen gestellt, die kaum ein Mensch erbringen kann. Damit werden Zukunftschancen vernichtet, denn heute hat ja ein Kleinkind schon im Kindergarten schlechte Aussichten, wenn es nicht mindestens eine Fremdsprache spricht.

Wenn es um Gerechtigkeit und gleiche Chancen geht, dann liegt das größte Problem im Bildungsbereich selber und an den weit überhöhten Erwartungen, die Eltern heute zwangsweise am Nachwuchs ausüben müssen.

Nein, es geht so gut wie jetzt schon nichts mehr ohne Abitur, und immer mehr dessen, was ganz normale Ausbildung war, muss studiert werden, wie im Bereich Pflege. Und das greift immer mehr um sich, und wer da ohne Abitur um die Ecke kommt, der hat doch schon verloren, so einfach ist das, und je mehr dies um sich greift, umso mehr Berufe werden dieses verlangen, bis wir das Schulsystem irgendwann so ruiniert haben, dass am Ende jeder Schulabgänger gar nicht mehr die Schule verlassen wird, es sei denn, ohne Abschluss.

Und daran trägt die Politik eine massive Mitschuld. Nicht nur wird dadurch auf Dauer das Abitur zum Ramschabschluss, all das fördert auch nicht die Qualität derer, die unsere Universitäten verlassen, denn dauerhaft wird die Lehre an den Universitäten sich zwangsweise auf schlechteres Niveau begeben zu müssen. Schon jetzt hocken ja Eltern im Hörsaal, weil der schlecht gebildete nachwuchs gewisse Grundelemente, die einst Voraussetzung für ein Studium waren, gar nicht mehr mitbringt.

Ganz ehrlich, wir brauchen wieder eine massiv bessere Schulausbildung, ein Praktikum hat der Berufsfindung zu dienen, und an Universitäten gehören wie früher die, die am meisten wissen und nicht jeder. Ein Abitur ist eine Leistungsbescheinigung und kein Ramschartikel. Und ja, es darf kein Makel sein, es nicht zu haben, es muss andere Möglichkeiten ohne es geben, darf nicht Voraussetzung für immer mehr Berufe sein.

Ach, ich habe es satt, ich rege mich zu viel auf. Für heute war es das, und ich wünsche mir einen, nur einen einzige Tag aus 24 Stunden, an dem einfach einmal die Bürger sich darauf verlassen können, dass zuzüglich zum Unvermeidbaren alltäglichen Terror, nicht auch noch die eigene Politik völlig in irgendeinem Chaos versinkt!

©denise-a. langner-urso

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