Berlin – Das Schwarze Auge

Wer sehen will,wie Berlin Parteien abstraft, wenn es gegen Mitbestimmung innerhalb der Stadt geht, der blicke auf das schwarze Auge Mitte, jene Ecke, die kurz vor der Wahl einfach nochmals urplötzlich gesperrt wurde um daraus eine Flaniermeile zu basteln, die derzeit eher nach Hundeparcour als nach anderem ausschaut. Das sollte Warnung genug sein. Trotzdem soll es stur weitergehen wie zuvor und wie regelrecht hinterfotzig da speziell Jarasch derweil vorgeht, das sollte der SPD zu denken geben.

Egal was passiert, Jarasch will dass Giffey Bürgermeisterin bleibt, auf Biegen und Brechen. Versteht die SPD nicht, was das geplant ist? Für alles eindreschen können auf die SPD und Giffey, was ab jetzt nicht funktioniert, ein noch weitaus brutalerer Wahlkampf demnächst? Ja, sorry, wie betriebsblind, machtgeil und dämlich müsste man sein um sich das anzutun? Und diese Frage sollte sich nicht nur für Giffey sondern hoffentlich auch für die einst so stolze SPD stellen. Es sei denn, man ist tatsächlich mit noch ein paar Jahren Regierung und danach noch radikalerem Absturz als derzeit zufrieden. Ich kann mir das jedenfalls nicht vorstellen, so selbstmörderisch veranlagt kann eine Partei doch nicht sein, oder!?

Eons sollte inzwischen auch bekannt sein, der Berliner kann stoische sein, erträgt unendlich viel und lange, was aus der Geschichte der Stadt resultiert, die sich immer wieder neu erfinden musste. Reicht es dem Berliner aber gilt: Nu is ooch ma jut, und das wurde in Mitte ausdrücklich gesagt, an den Stadträndern ohnehin schon länger. Und noch eins dürfte klar sein, Berliner haben ein Elefantengedächtnis. Wer hier einmal eine Wahl derart heftig verloren hat und abgestraft wurde, dem können schon mal ein paar Jahrzehnte ohne Hauptregierungsamt drohen. Niemand weiß das besser als die CDU. Will sich die SPD darauf einlassen, dass sie eine Art von Bockigkeit jetzt für Dekaden in der Hauptstadt jede Aussicht auf den höchsten Posten in der Stadt droht?

Und die Grünen sollten endlich in sich gehen und sich fragen, wo für sie eigentlich Stadt anfängt. Da, wo sie ohnehin starkt sind, wo man sichere Wahlkreise hat? Man erschließt sich den Außenbereich doch nicht indem man sich mit einem zweiten Radweg nach Wannsee lächerlich macht, man erschließt sich den Bereich indem man sich fragt, was brauchen die, die wir nicht bedienen.

Da wäre zum Beispiel eine schnelle Busverbindung, wie sie einmal zum Bahnhof Zoo bestand, als der 66er über die Avus bretterte. Der entfiel und würde bei derzeitiger Planung ohnehin auf der Kantstraße im Stau verrecken. Und da hinterfragt man auch mal, weshalb keine jungen Leute in solche Bereiche ziehen. Nach 45 Minuten zu einer Uni in der Stadt braucht man derweil an fast zwei Stunden. Das hat mit Stadtentwicklung rein gar nichts mehr zu tun, das ist Verhinderung von Entwicklung. Und wenn es in Außenbereichen keine Polizeistation mehr gibt und die Polizei nur in der Nacht 35 Minuten bis nach außen benötigt, dann stimmt etwas ganz und gar nicht mehr, was Stadtplanung ausmachen würde.

©denise-a. langner-urso

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