Killerspiele, Anbieter, Plattformen und gesellschaftliche Probleme

 

Nicht die Spiele selbst sind ein Problem, sondern eine Welt samt ihrer Gesellschaft und überforderter Familien, die immer mehr Zeit in Arbeit verbringen, weshalb man keine Zeit mehr findet, sich um den Nächsten zu kümmern. Viele Spieleanbieter gehen nämlich sehr vernünftig mit ihrer Klientel, in den Spielen und dazu gehörenden Foren um, obwohl es auch dort Lücken gibt, über die gesprochen werden muss. Mehr spielinterne Beobachtung etwa.

Zuerst die Namensgebung der Charaktere. Bei vielen Anbietern ist die Namensgebung bereits kontrolliert, bestimmte Namen können dort nicht vergeben werden, auch können Namen gemeldet werden, die dieses verbot zu umgehen versuchen, indem sich der Name zwischen anderen Symbolen oder Buchstaben versteckt.

Ein Mangel aber besteht noch immer bei der Anmeldung. Da kann nachgearbeitet werden. Kein Mensch stirbt, wenn zur Anmeldung der Ausweis eingescannt werden muss, zuzüglich zum Klick. Dann dauert es eben etwas länger, bis die Freischaltung erfolgt. Man könnte für alle nicht komplett als jugendfrei eingestuften Spiele zum Beispiel das Postidentverfahren nutzen. Zuzüglich kann man Auslieferung nur an den Empfänger (in unserem Fall eben an das Elternteil selber der Zugangsdaten) beauftragen. Ja, auch da kann es Missbrauch geben, man wird sich aber ja den Kopf noch zerbrechen dürfen.

Erst nachdem darüber die Identifikation erfolgt ist, wird das Spiel vom Anbieter freigeschaltet. Erst danach erhält ein Elternteil eine Pin per Post und die Verantwortung liegt bei den Eltern. Erfolgt die Freischaltung dann vor einem bestimmten Alter, werden die Eltern haftbar gemacht, es drohen dann eben finanzielle Strafen.

Eltern haben Verantwortung, das muss wieder deutlicher werden. Wobei ich mich schon immer gefragt habe, was Leute an solchen Spielen wie Counterstrike überhaupt gut finden und wieso es sie eigentlich geben muss. Und zudem stimme ich Sixtus zu, der einen sehr guten Artikel in dem Zusammenhang geschrieben hat. Für gewisse Dinge ist einfach zu wenig Geld und Personal vorhanden.

Mir ist auch klar, dass dadurch nicht alles verhindert werden kann, wie die illegale Beschaffung einer Waffe über das Darknet wie in diesem Fall, aber auch wenn es weh tun mag, Eltern müssen zur Verantwortung gezogen werden können, und wenn diese nicht vorhanden sind, dann die, die mit der Erziehungsarbeit beauftragt waren.

Ja, ich weiß auch, dass gleich wieder die üblich Verdächtigen ums Eck trollen werden, die Überwachungsstaat schreien. Damit kann ich leben. Überwachung hat auch etwas mit Verantwortung zu tun, mit der Verantwortung des Staates für seine Bürger. Und mich stört Videoüberwachung öffentlicher Räume oder von Bussen und bahnen nun eben einmal nicht, wenn schon kein Geld für Personal vorhanden sein soll oder ist, dann wenigstens das.

Zur Eigenverantwortung gehört übrigens auch, dass man nicht selber zum Bild- oder Filmjournalisten mutieren muss, dass man, wenn man eventuell zufällig doch etwas aufgenommen haben könnte, weil man eben noch sich und Freunde fotografierte oder filmte, dies an die Behörden gibt. Man hat ja immer öfter den Eindruck, dass Aufmerksamkeitsdefizitprobleme zur allgemeinen Tagesordnung in der Gesellschaft werden. Und, man kann sich dadurch übrigens auch selber in Gefahr bringen, weil man auf sich und andere nicht achtet, Zeit für anderes wie Schutzsuche fehlt.

Ja, man könnte noch viel sinnieren, man könnte aber auch gewisse Plattformen wie Facebook meiden, versuchen stärker zur Verantwortung zu ziehen, wenn diese gewisse Seiten nicht zeitnah abzuschalten bereit sind. Ebenso sollte Twitter agieren, was da an Accounts sein Unwesen treiben darf, trotz Mehrfachmeldungen diverser Nutzer ist schlichtweg unglaublich. Gar nicht erst an youtube denken, sonst kommt man aus dem Ärgern gar nicht mehr raus.

©denise-a. langner-urso

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