Tannhäuser samt Gaskammer – ein widerliches Plagiat

Wo man auch hinschaut, auf dem Buchmarkt und in Opernhäusern finden sich bald nur noch Plagiate und ich kann es verstehen, wenn das Publikum solche verhunzten Werke nicht lesen oder sehen will.

Ich selbst gehe sehr gerne in die Oper und das zu einem einzigen Zweck, ich will entspannen. Deshalb lese ich auch gerne, auch hin und wieder einmal meine alten Kinderbücher.

Wenn man aber jetzt der Meinung ist, man müsse seine Geschichte zur Entspannung aufarbeiten und ganze Opern in Naziuniformen verstecken, so platzt mir die Hutschnur! Ich bin kein Wagnerfan, habe bereits einmal eine solche Aufführung verlassen, das geschah jedoch nicht, weil mir das Bühnenbild nicht gefiel, Wagner ist mir zu schwer, zu laut, und ich brauche keinen Herzinfarkt, wenn ich gerade halb am Dösen bin.

Ich habe auch andere Opern verlassen, und ja, mit entsprechendem Buhruf, weil urplötzlich Nackte durch ein unschönes Bild hüpften. Wenn ein Haus nicht sich dem Urprung verpflichtet sieht, nahe am Werk und Bild inszeniert, dann war es das für mich, ein Plagiat wird ansonsten bestraft, nicht zu Unrecht, und ich will so etwas einfach nicht sehen, erwarte dafür empfindliche Strafen.

Wenn ich ein Bild von Otto Dix kaufe, erwarte ich ja auch, dass ich ein Original erwerbe und nicht eine Fälschung. Kunstfälscher in diesem Bereich werden zum Glück schwer bestraft, und Geldfälscher übrigens auch. Nur, wenn man die eine Fälschung erlaubt, dann sollte man das bei allen übrigen auch straffrei lassen …

Wenn man heute der Meinung ist, ein Buch sei zu rassistisch, passe nicht mehr in die Zeit, weil frauenfeindlich, homophob, was auch immer, so soll man es gefälligst verbieten, wenn man es wegen der geltenden political correctness so nicht mehr an den Menschen bringen mag, jedoch nicht umschreiben, ebenso sollte man dann bei Opern verfahren. Einen besseren Weg  die eigene Geschichte aufzuarbeiten, als radikal vorzugehen,  gibt es nicht. Ein Publikum in der Oper hingegen zu vergewaltigen, damit es sich in der Freizeit zwangsweise mit  Geschichtsaufarbeitung befasst, ist an Perversität nicht zu überbieten! Wenn man glaubt, Wagner sei jemand, der so, wie er seine Werke verfasst hat, insgesamt antisemitisch auch in seinen Opern vorgegangen sei, so soll man es verbieten.

Ich liebe Donizetti, Bellini und Verdi, präsentiert man mir jedoch eine billige Abklatsche der Werke, so werde ich protestieren, denn ein prächtiges Bühnenbild, das zum ursprünglichen Zeitgeist passt, das gehört für mich zu einem gelungenen Opernabend ganz einfach hinzu. Und wenn ein Haus meint, so ein Werk in eine Kikfabrik verlegen zu müssen, verliert es einen Besucher. Punkt, aus, Sense! Und wenn man junges Publikum überzeugen will, so soll man gefälligst neue Opern beauftragen, die diesem Publikum gefallen könnten. Samt Jugendgewalt auf unseren Straßen, Alkoholproblemen, was weiß ich.

Ein anderes Beispiel. Ich liebe den Film: König der Löwen. Nie, aber wirklich im Leben nicht, würde ich mir das Musical ansehen. Ebenso verfahre ich mit Märchen. Ich lese sie gerne, ich sehe gerne dazu gut gemachte Filme, sofern die Dialoge maximal zum Buch passen, sich streng am Original orientieren. Aber dazu das Ballett? Da bekommen mich keine 10 Pferde hin.

Jawohl, wenn Oper so verhunzt wird, wie in Düsseldorf jetzt, dann ist es ein billiges Plagiat, und man sollte mit dem, der es inszeniert hat, verfahren, wie mit Plagiatoren in der Politik, man sollte sie vom Hofe, der Bühne jagen.  Und ja, wenn man ehrlich ist, Wagner als Opernschreiber ein solch gefährlicher Antisemit war, dann muss man sein Werk folgerichtig verbieten, darf es nicht mehr aufführen.

Und bei all unserer politischen Korrektheit werden vermutlich so gut wie sämtliche Opern von unseren Bühnen verschwinden, es sei denn, es käme ein politisch durchleuchteter, korrekter neuer Verdi daher, der ein paar neue Werke, die zur Zeit passen, schreibt. So ein Liebesdrama um Zschäpe etwa, etwas , das den Euro verherrlicht, eine Afghanistan- oder Syrienoper etwa. Nur eines sollte dieser Autor beachten, selbst Atomkraftopern passen nicht, bei einer Oper über ein homosexuelles Priesterpaar würden die Kirchen protestieren, aber eine moderne Oper über Fukushima und die damit verbundene Energiewende, die käme gerade recht, am besten uraufgeführt am Unglücksort selbst …

Was man mit Wagner macht ist Schändung eines Toten, gerade, als habe dieser sein Werk eigentlich so wie jetzt in Düsseldorf aufgeführt, schreiben wollen, nur in seinem Antisemitismus denkend. Irgendwann wird noch jemand kommen, der Konrad Zuse unterstellt, er sei Islamist gewesen und habe den Computer einzig erfunden, damit Islamisten darüber irgendwann ihren Hass verbreiten könnten, man muss nur nach einer irgendwie passenden Aussage des Erfinders suchen …

Wagner hat grandiose Musik geschrieben, nichts sonst, und er hat gewiss sein Werk nicht mit Gaskammern und der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Europas verbunden. Genau das aber will man dem Zuschauer in Düsseldorf vermitteln.

©denise-a. langner-urso

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