Die Sache Würth: Handelsvertreter um 7.30 Uhr? – ein tierischer Spaß!

 

©Siegfried Fries / pixelio.de

Würth und sein Brief an seine Außendienstbande, wütende Kommentare, meist von Männern, für mich als Frau das Beste und Köstlichste, was ich seit langem gelesen habe.

Ich bin selbst Unternehmerin, hatte einen Autohandel und weiß, wie man mit Hausierern, denn als solche betrachte ich Handelsvertreter, die ich nicht selbst bestellt habe, umgeht, die meinen, früh um 7.30 Uhr müssten sie bei mir auf der Matte stehen, nur um mir unbedingt dies und jenes anzupreisen.

Ich setze dann mein nettes Lächeln auf, mit dem ich bekunde, wie leid es mir tut, aber momentan hätte ich gerade keine Zeit, schlage aber umgehend, nach Blick in meinen Terminplan, einen anderen Tag vor, vorzugsweise Freitag zwischen 12 Uhr und 14 Uhr, womit dessen Mittagspause gewaltig durcheinander gerät. Aber, Mann beißt darauf mit 100%iger Sicherheit an, denn es droht jemand mit einem Geschäft.

Am Freitag steht dann die Sekretärin vor dem wenig erfreuten Besucher, dem sie mit Bedauern verkündet, wie dringend die Chefin aus dem Haus musste und wie peinlich das jetzt sei, denn man benötige ganz dringend Material. Mit breitem Lächeln verkündet auch sie ihm einen weiteren Termin, weil die Woche ja bereits vorbei sei, und weil es in der nächsten Woche eben einen knüppeldicke gefüllten Zeitplan gebe. Der Termin, leider der einzig mögliche, liegt am morgigen Samstag um 18 Uhr 30, sprich zur besten Bundesligazeit, und die Familie des Handlungsreisenden dürfte auch wenig erfreut sein.

Auch darauf wird der gute Mann anspringen. Samstag, endlich sein Termin. Und ich weiß, wie man Kerle beschäftigt, so dass sie meinen, sie schließen in Kürze das Geschäft ihres Lebens ab. Die Verhandlungsführerin hat eine lange Liste, des Materials, der Gegenüber träumt schon vom Jahresumsatz.

Am Ende der Besprechung, so gegen 20.30 Uhr, weil Frau zuzüglich unsinnige Fragen zu neuen Produkten hat, die eventuell auch bestellt werden, wird der Vertrag natürlich nicht unterschrieben, weil Frau nochmals den genauen Bestand, falls es doch etwas mehr sein könnte prüfen und in der Firma über das eine oder andere Produkt noch mit einem Mitarbeiter sprechen will.

Der gute Junge also zieht ab, und erhält einen Termin bei der Sekretärin zur Abholung des dann voraussichtlich unterschriebenen Vertrages am Montag gegen 19 Uhr, weil man zuvor gemeinsam mit dieser unterwegs sei, er habe ja schon von dem vollen Terminplan gehört. Ansonsten, so verspricht man, in jedem Falle anzurufen …

Am Montag platzen alle Umsatzträume des guten Mannes, leider hat man den Anruf in der Tageshektik vergessen, sehr schnell Material benötigt und ein günstigeres Angebot erhalten.

Dumm gelaufen, aber wer mir früh um 7.30 Uhr auf der Matte steht, der wird böse bestraft, den will ich nicht mehr sehen, und sollte er nochmals anrufen, weil er aus dem Vorfall nichts gelernt hat, so stellt meine Sekretärin ihm die Frage, ob er wirklich nicht noch vom letzten Mal die Faxen dicke habe.

Tja, Herr Würth, seien Sie froh, dass ich in einem anderen Bundesland lebe, bei mir hätten ihre Jungs ganz schlechte Karten!

 

©denise-a. langner-urso

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