In Bund und Ländern, wo Wahlen nichts mehr ändern …

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Im Bund regiert jetzt seit einer unendlichen Zeit die immer gleiche Koalition, und egal wie hoch die Verluste, niemand übernimmt wie früher Verantwortung, alles klebt nur noch an Sesseln, Rücktritte erfolgen so gut wie nie.

Das einzige, was Wahlen zu ändern scheinen, sie radikalisieren die Verlierer, die trotzdem im Amt bleiben und erklären die eigentlichen Gewinner und die Zweitstärksten Kräfte samt ihrer Wählerschaft zu radikalen Linken wenn nicht gleich zu Kommunisten.

Und irgendwo steckt noch immer im Hintergrund eine willige machtgeile Spardose einst enttäuschter Wähler, in Bayern abtrünnige CSUler, die jetzt unter dem Namen Freie Wähler nichts so sehr wollen wie mit der Partei an die Macht, vor der sie einst geflüchtet sind. Wollen der CSU ein Angebot machen, auf dass diese gar nicht verzichten kann. Lächerlich, wenn Programme sich ohnehin zu 90% überschneiden …

Und finden Parteien überhaupt keinen, der sich wie im Bund freiwillig bereit erklärt, so kommt der Bundespräsident um die Ecke und nötigt quasi eine Koalition zusammen, die sich weder riechen kann, noch miteinander regieren will.

Was also sollen die Wähler dem entnehmen, welche Schlüsse zieht man dann aus diesem Deasaster für zukünftige Wahlen, wenn ohnehin, und zwar egal wohin man seine Stimme verteilt, sich ohnehin niemals andere Regierungen bilden als die, die es ohnehin immer schon gab? Man wird wütend, dann ist man enttäuscht, welchen Sinn, so fragt man sich, macht es überhaupt noch wählen zu gehen?

Weil man radikale Kräfte nicht stärken soll, die davon profitieren könnten? Weil wählen zur Bürgerpflicht gehört, wie auf Biegen und Brechen doch immer die gleiche Koalition zwangsweise bilden zu müssen? Das alles soll noch demokratisch sein, dieses sich gezwungen sehen, etwas zu tun, was ohnehin nichts ändert?

Die radikalen Kräfte sind derweil doch die, die als Verlierer auf dicke Hose machen, sich arrogant vor Mikrofone stellen und behaupten, sie hätten von einer Mehrheit einen Auftrag erhalten und im gleichen Atemzug der zweitstärksten Kraft erklären, sie sei nicht regierungsfähig, weil sie wolle dem verhassten Sozialismus oder gar Kommunismus einführen und damit reihenweise bürgerliche Wähler, denen nichts ferner liegt, beschimpfen und verhöhnen.

Und das wirklich einzige was sich ändert ist, dass wir Steuerzahler immer größere Landtage und einen immer mehr wachsenden Bundestag samt immer mehr Politikern finanzieren dürfen. Ich glaub ich bin im falschen Film, wenn ich mir die Freibeträge da anschaue und wie sehr sich dort an dem beteiligt wird, was Bürger sozial nennen würden. Erwähnt sei hier nur die Rentenkasse, die unterschiedlichen Krankenkassen, die längst zu einer geworden sein müsste, samt Nebenkassen für eventuell den einzigen Vorteil eines Einzelzimmers. Und dann geht mein Blick auf die Bezüge unserer Bundespräsidenten und Ex-Politiker, und nebenbei auf deren massive Nebenverdienste. Niemand kann mir das alles heute noch als Normalität verkaufen, niemand. Und schafft gefälligst den unsäglichen Fraktionszwang ab, ein Mensch darf nicht dazu missbraucht werden, für euch den Abnickdackel zu machen und sein Gewissen einzutauschen für ein Parteibuch, nur weil er mit irgendeiner Partei andererseits gewisse Überzeugungen teilt.

Ja, was soll man also davon als Wähler noch halten? Mich macht das was heute in Bayern passierte, wütend, es macht wahldepressiv, wahlmüde, und man hat tatsächlich rein gar keine Lust mehr demnächst einem Wahlaufruf zu folgen, ganz zu schweigen, dass man sich je politisch engagieren würde.

Den Parteien derweil sind die eigenen Mitglieder komplett egal, zählen tun diese nur, wenn man Hilfe braucht um selber Ämter zu ergattern oder sie nicht zu verlieren, dann macht man mal eben auf besonders demokratisch und lässt sie abstimmen, nachdem man ihnen in schillerndsten Farben lang und breit erklärt hat, der Weltuntergang käme über sie, wenn sie dem Vorschlag der Sesselkleber nicht folgen, und irgendwann, wenn die Mitglieder richtig mürbe gekocht wurden, bekommt man genau das erwünschte Ergebnis, und wehe, da gibt es Abweichler, solche Störenfriede, die tatsächlich am Zustand etwas ändern wollen, dann überzieht man sie mit Spott und Hohn und stellt sie in irgendwelche Ecken, mobbt sie.

Ich glaube ja, die Parteien sind kaputt, und zwar alle, ein Trümmerhaufen ihrer eigenen Ideenlosigkeit, unfähig zur Erneuerung, man sollte sie auflösen und neu durchstarten mit denen, die dafür noch Kraft haben. Mit denen die mahnen und auf die nie jemand hören will.

Ich also soll eventuell einmal wieder wählen? Habt ihr sie noch alle? Wozu denn? So wie unsere Parteien und ihre Vorstände sich aufführen, können sie die Wahlen auch gleich ganz abschaffen. Ich habe die Nase von Wahlen gestrichen voll! Führt erst einmal Amtszeitbegrenzungen ein und erinnert euch, was Rückgrat und Anstand sind, und wie man sich nach Wahlverlusten zu verhalten und wen man nicht wie zu beschimpfen hat, erinnert euch, was bürgerlich überhaupt bedeutet.

Nein, es reicht, ihr habt längst vergessen, was Wahlen bedeuten und was Abstrafung durch Wähler heißt. Meine Stimme ist mir für miese Spielchen zu teuer und meine Zeit ist mir viel zu viel wert, als dass ich mir einen Sonntagnachmittag für euch versauen würde. Vergesst mich einfach zu eurem Schmierentheater einzuladen. Danke.

©denise-a. langner-urso