Laschet, Röttgen, Merz – Drei auf einen Streich

Gestern also machten die Kandidaten Laschet, Röttgen und Merz der Jungen Union ihre Aufwartung, und das war wohl die interessanteste Samstagabend-Show, die es seit langem gegeben hat, und wer meint, die Parteien seien nicht auf dem Weg ins Digitale Zeitalter, der wurde eines Besseren belehrt, Politik geht vorwärts, ist wandlungsfähig, wandlungsfähig, wie man es eigentlich von der Gesamtgesellschaft auch erwarten würde, die noch viel zu oft bedenken äußert, und sich wegen kruder Thesen von Elektrosmog und der Ballerspieldebatte, die nicht aus der Welt zu bekommen ist, verunsichern lässt.

Dass im Digitalen mehr geht, als mancher zulassen will, das hat man in diesen Zeiten über alle Parteigrenzen hinweg wieder und wieder sehen können. Zum einen steht schneller Digitalisierung hier ja streckenweise unnötig hohe Bürokratie im Weg, die viel zu oft verhindert, dass bereitgestellte Gelder überhaupt abfließen können, und ist dies gewährleistet, dann steht viel zu häufig die Gesellschaft sich selbst wegen zu vieler Bedenkenträger auf dem Mantel und stolpert. Und so geht es immer öfter, viel zu viele Projekte, zu viel an notwendiger Erneuerung, sei es im Bauwesen, in der Bildung, im Bereich Energie und Verkehr, wird von solchen Leuten durch alle Instanzen und oft in Grund und Boden protestiert, was auf der anderen Seite zwar zeigt, dass der Rechtsstaat funktioniert, auf der ersten Seite jedoch notwendigen Wandel, Fortschritt verhindert und das Land weit hinter andere zurückwirft, was speziell in Zeiten von Corona sich immer öfter zeigt. Man kann auch deutlich sagen, wenige Bürger des Landes, nennen wir sie ruhig kleine lautstarke Lobbygruppen stehen dem Land und der Mitte der Gesellschaft auf dem Weg in dringend notwendige Erneuerung im Weg und finden wieder und wieder in Parteien Zuhörer, die um Wählerstimmen bangen müssen, weil sie selber in nicht außer Flügelkämpfe intern verstrickt und von eigenen radikalen Mitgliedsgruppen zu Weiterentwicklung unfähig sind. Am besten sieht man das an den Grünen und der SPD.

Vor dem „JUPITCH“ hatte man ja, sofern wirklich interessiert an dem, was Parteien so wollen, bereits beobachten können, dass viel von dem, was Laschet, Merz und Röttgen umtreibt, auch schon bei der FDP Baden Württemberg erleben können, die mit ihrer Kandidatenaufstellung für die kommende Bundestagswahl aus diesem Landesteil befasst war. Die Kandidatenvorstellungen bewiesen, auch dort, und besonders bei FDP Wählern liegen alle Themenbereiche, die sich mit schneller Modernisierung befassen, schwer im Magen, auch dort steht auf der Tagesordnung, dass dieses Land demnächst radikal und im Eiltempo Anschluss an andere Staaten und längst überfällige Erneuerung wird finden müssen, denn sonst wird angehängt, was einst Wohlstand und Wachstum garantierte, nämlich nicht nur die Wirtschaft, die der derzeitigen Politik längst voraus ist und abwandern wird, wie auch ganze nachfolgende Generationen.

Nie war Politik spannender

Ja, es war ein langer Tag für politisch interessierte Wähler, und ein Blick auf alle Parteien und ihre Kandidaten lohnt immer, auch darauf, was parteiintern in allen Parteien passiert, ein Auge zu haben dahin, wo Politik akzeptiert werden muss, nämlich dort, wo die Jugendorganisationen der Parteien sitzen, denn an diesen kommt keine Partei vorbei, wenn man ehrlich ist, denn dort sitzt die nachfolgende Generation, die zuerst von Entscheidungen betroffen ist, wenn es um Zukunftsthemen geht, und die natürlich darüber mitentscheiden können muss, in Parteien, wohin der Hase, also die Gesellschaft insgesamt, zu laufen hat, und ob dieser sein Ziel überhaupt erreichen kann, in einer realistischen Zeit, mit hinreichend Kapital auf dem Buckel, denn Modernisierung kostet Geld, immer mehr Geld, je mehr Zeit verstreicht, Mut und ab und an kostet sie eben auch Teile der Gesellschaft, die zur Erneuerung nicht fähig ist oder sein will. Und wohin sich solche Menschen dann wenden, sieht man nirgendwo besser als an Antimaskenprotestlern und der AfD, was aber nicht zu ändern sein wird, solange die Restgesellschaft sich selber und den Parteien, die sich auf schnellem Kurs befinden, sich dauernd mit dem befasst, was an den Rändern passiert, statt einfach endlich mutig ins kalte Wasser zu springen.

Wagt den Quantensprung in die Zukunft

Oder sagen wir es sehr, sehr deutlich. Diesem Land könnte nichts besseres passieren, wenn eine Vernunftregierung aus Union und FDP eventuell unter Duldung der SPD demnächst regieren würde, eine Minderheitenregierung also, oder die SPD begibt sich gegen alle Widerstände doch wieder auf Wege, wie die Scholzbefürworter ihn gehen würden und wacht endlich aus der Angststarre vor der eigenen Wählerschaft auf, denn Wähler, die vor Angst zittern, können auch nur dann bedient werden, wenn sie sich helfen und mitnehmen lassen wollen, und davon ist bisher viel zu wenig zu erkennen.

Der Union ist zu wünschen, dass die gestrigen Kandidaten es tatsächlich am Ende schaffen, ein Team zu bilden, denn dann wäre die Union, wenn sie tatsächlich noch Söder mehr Beinfreiheit lässt und unter Einbindung Spahns wirklich auf gutem Weg. Sowohl in der Union als auch in der FDP weiß man, was dieses Land derzeit dringend braucht, man muss nur diesen Versuch wagen und machen lassen, denn festgefahrener und rückständiger kann es kaum werden, es sei denn, die Wähler stehen sich demnächst wieder selber im Weg.

Einzig eine unionsgeführte Minderheitenregierung böte SPD und Grünen die Chance vernünftige, und den Wählern verkaufbare Neuerungen anzutragen, mehr an Gesetzen mitzuarbeiten als zuvor, mehr auf Regierungspolitik einwirken zu können und sich selber endlich zu sortieren, von parteiinternen viel zu radikalen Rändern zu entfernen, denn Realpolitiker sind ja vorhanden, in beiden Parteien, können derzeit nur nicht durchdringen und ihre vernunftgetriebenen Vorschläge, die gesellschaftsfähig wären, anbringen, was bedauerlich ist, und darüber sollte demnächst vielleicht noch einmal intensiv sowohl in der SPD als auch bei den Grünen nachgedacht werden. Es geht jetzt um das Land, darf um nichts anderes gehen, und deshalb haben sich alle zusammen zuraufen, als Team, auch die anderen Parteien, denn das Beste aus allen Ecken, daraus könnte tatsächlich radikaler Wandel und schneller Fortschritt, ein Quantensprung entstehen.

©denise-a. langner-urso

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